Krankheitsbilder

Welche Krankheitsbilder können mit Osteopathischer Medizin behandelt werden?

I. Erwachsene

Grundsätzlich können in der Osteopathie akute und chronische Beschwerden behandelt werden. Für akute Beschwerden gibt es in der Medizin viele erfolgreiche Behandlungsmethoden. Für chronische Beschwerden gibt es oftmals nur wenige Erfolg versprechende Verfahren. Deshalb liegt die Domäne der Osteopathischen Medizin vor allem in der Behandlung chronischer Schmerzpatienten.

Schmerzen und Bewegungseinschränkungen

  • an der Wirbelsäule, vor allem wenn mehrere Stellen betroffen sind
  • an den Armen oder Beinen
  • an den großen Gelenken wie Schulter, Ellenbogen, Knie, Hüfte, Sprunggelenk
  • nach Unfällen mit Verletzungen der Wirbelsäule oder der Extremitäten

Spezielle Krankheitsbilder:

  • Chronische Kopfschmerzen und Migräne
  • Schwindel
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Chronische Nackenschmerzen
  • Atypische Gesichtsschmerzen
  • Kiefergelenkschmerzen
  • Ungeklärte Oberbauchschmerzen
  • Ungeklärte Unterbauchschmerzen
  • Nervöse Magen-Darm-Beschwerden
  • Reizdarm
  • Reizblase
  • Chronische Entzündung der Prostata (Prostatitis)
  • Chronischer Ischiasschmerz
  • Chronischer Beckenschmerz

Diese Auflistung zeigt einen Ausschnitt häufig vorkommender Krankheitsbilder in meiner Praxis. Darüber hinaus ist die osteopathische Behandlung bei vielen weiteren Beschwerdebildern sinnvoll und möglich.

Parallel zu einer osteopathischen Behandlung kann sich auch eine Akupunktur Behandlung als sehr hilfreich erweisen. Gerade die Kombination von Osteopathie mit Akupunktur hat sich häufig als Erfolg versprechend und zieldienlich erwiesen. Dies werde ich gegebenenfalls mit Ihnen besprechen.


II. Säuglinge

Bei Säuglingen kann es in Folge einer komplizierten Geburt zu vielfältigen funktionellen Störungen kommen. Nicht jede Geburt ist für jeden Säugling ein Trauma und viele Säuglinge überstehen auch komplizierte Geburten ohne funktionelle Störungen. Wichtig ist dabei immer, zusammen mit der Hebamme und dem Kinderarzt die weitere Entwicklung des Säuglings zu beobachten und ggf. auch einen osteopathisch arbeitenden Arzt mit einzubeziehen.

In großen amerikanischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass unmittelbar nach der Geburt die Hälfte der Geborenen gravierende funktionelle Störungen aufweisen. Innerhalb der ersten sechs Lebenswochen heilen diese funktionellen Störung meist von alleine völlig aus. Funktionsstörungen die nach sechs Wochen noch vorhanden sind, sollten allerdings begleitend zu anderen Therapieverfahren (wie Bobath, Vojta, u. a.) auch osteopathische Behandlung erfahren, um motorischen und psycho-emotionalen Entwicklungsstörungen des Kindes entgegenzuwirken.


Hinweise für eine komplizierte Geburt

Aus osteopathischer Sicht finden sich folgende Hinweise für eine komplizierte Geburt des Säuglings:

  • Sehr kurze (bis 1 Stunde) oder sehr lange Geburt (über 10 Stunden)
  • Saugglocke oder Zange
  • Sectio (Kaiserschnitt) wegen Geburtsstillstand
  • Schlüsselbeinbruch während Geburt
  • Beckenendlage oder Schräglage

Hinweise für funktionelle Störungen des Säuglings

Für funktionelle Störungen des Säuglings sprechen aus osteopathischer Sicht folgende Hinweise:

  • einseitige Kopfhaltung des Säuglings nach rechts oder nach links
  • Abflachung des Hinterkopfes auf einer Seite wegen Schieflage
  • starkes Überstrecken des Kopfes nach hinten und auffällige Krümmung des Körpers
  • Schiefhals
  • anhaltende Trinkschwäche in Verbindung mit den oben genannten Störungen
  • starke Blähungen, Aufstoßen
  • große Unruhe des Säuglings mit Verkrampfung der Hände bzw. Arme
  • Schreikind vor allem nachts (Säugling schreit über Stunden)

III. Kleinkinder und Kinder

Auch bei Kleinkindern und Kindern finden sich häufig funktionelle Störungen als mögliche Ursache oder Teilursache für Krankheitsbilder. Deshalb empfiehlt es sich auch hier eine osteopathische Untersuchung zur Abklärung. Im Folgenden einige Beispiele für häufige Krankheitsbilder, die osteopathische Ursachen oder Teilursachen haben.

  • Koordinationsstörungen in der Grobmotorik oder Feinmotorik
  • Gangstörungen, vor allem „Einwärtsgang“
  • Verkrümmungen der Wirbelsäule oder des Brustkorbes
  • Entwicklungsverzögerungen motorisch
  • verzögerte Sprachentwicklung
  • sogenannte „zappelige Kinder“, ADS = Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom
  • chronische Kopfschmerzen und Migräne
  • ungeklärte Bauchschmerzen
  • Bettnässen
  • ungeklärte Schmerzen an den Beinen oder Armen