Arzneiheilkunde

Überblick

Die Traditionelle Chinesische Heilkunst gilt als hoch entwickelte Erfahrungsmedizin. In der Arzneiheilkunde kann die TCM auf mehr als 3000 Jahre Erfahrung zurückgreifen. Als Heilsubstanzen kommen überwiegend ausgewählte Pflanzen oder Teile davon (Wurzeln, Rinden, Blüten und Blätter) zum Einsatz. Ergänzend finden hierbei auch Mineralien sowie einige Tierprodukte Verwendung. Nach dem TCM-Ansatz ist es vor allem das richtig ausgewogene Zusammenspiel der Komponenten, die ein heilsames Ganzes ergibt. So werden nach bestimmten theoretischen Prinzipien und in der Praxis über Jahrhunderte bewährten Methoden die Wirk-Substanzen zu speziellen Rezepturen kombiniert. Schließlich erhält jeder Patient ein Medikament bzw. Anwendungen, die so individuell sind wie er selbst und seine momentane Situation. Je nach Bedarf werden die Wirksubstanzen so gewählt und dosiert, dass sie sich in ihrer Wirkung verstärken, ergänzen oder auch abfedern.


Methode

Üblicherweise werden chinesische Arzneimittel in Form von so genannten Dekokten verschrieben und verabreicht. Dazu werden die gemischten Substanzen 30 Minuten oder länger in Wasser zu einem konzentrierten Sud gekocht und schließlich nach vorgegebener Dosierung getrunken. Weitere Darreichungsformen sind: hoch konzentrierte Extrakte, Pillen, Granulate und Pulver sowie Tropfen, Pasten, Salben und Sitzbäder.


Krankheitsbilder

Grundsätzlich können Chinesische Kräuter in jedem Alter angewendet und eingenommen werden. Der Behandelnde wird die Dosierung nach Menge und Wirksamkeit dem entsprechenden Alter und Gewicht des Patienten anpassen. Die Einnahme Chinesischer Heil-Rezepturen schließt die Einnahme anderer Medikamente (z.B. der westlichen Schulmedizin) nicht aus, sollte aber stets in Abstimmung mit den behandelnden Ärzten geschehen. In der Regel kann jede akute wie chronische Krankheit mit Hilfe Traditionell Chinesischer Arzneimittel behandelt werden. Wie rasch bzw. wann und wie intensiv eine Linderung, Verbesserung bzw. eine Heilung eintritt, hängt nicht zuletzt von der ursprünglichen Schwere und zeitlichen Fortgeschrittenheit der Krankheit und Konstitution des Patienten ab. Hiernach richten sich auch Art und Dosierung, Länge und Häufigkeit der therapeutischen Anwendungen und Einnahmen. In der Regel werden die Arzneien täglich eingenommen. Die Behandlungszeiträume erstrecken sich dementsprechend von einer Woche bis hin zu mehreren Monaten.

Hier eine Liste mit häufig vorkommende Erkrankungen, die sehr gut auf Chinesische Arzneimitteltherapie ansprechen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch Krankheitsbilder, die hier nicht genannt werden können mit chinesischen Arzneimitteln behandelt werden.

  • Magen- und Darmerkrankungen: Reizdarm, Gastritis, Colitis, Morbus Crohn
  • Atemwegserkrankungen: Asthma, Sinusitis, Bronchitis
  • Hauterkrankungen: Ekzeme, Psoriasis, Neurodermitis, Akne
  • Gynäkologische Erkrankungen: Menstruationsprobleme, Unfruchtbarkeit, Zysten, Myome, Schwangerschaftsprobleme, klimakterische Beschwerden
  • Urogenitale Erkrankungen: Impotenz, Prostatitis, Unfruchtbarkeit
  • Kinderkrankheiten: Hauterkrankungen, Bronchitis, Durchfälle, akute und chronische Blasenentzündungen, HIV-Begleitsymtome
  • Weitere Krankheiten: Schlaflosigkeit, Migräne, Schwindel, Tinnitus, stressbedingte Beschwerden, Rheuma, Konjunktivitis, alle Arten von Allergien, Durchblutungstörungen, Verletzungen, chronisches Ermüdungssyndrom


Arzneireinheit

Mittlerweile gut etablierte Vertriebsstrukturen tragen heute dazu bei, dass die als Roh-Drogen bezeichneten Ausgangsstoffe hohen Anforderungen Europäischen Standards entsprechen und auf eventuelle Rückstände hin geprüft sind. In jedem Fall gewährleisten die der TCM-Vereinigung angehörende Apotheken, dass man TCM-Medikamente und Rezepturen von hoher Qualität erhält. Bei der Rezeptur und Substanz-Bestellung sollten und müssen natürlich die international gültigen Regelungen des Artenschutzes berücksichtigt und eingehalten werden.

Nebenwirkungen

Normalerweise wird nach der Einnahme von TCM-Arzneien eine spürbare Linderung eintreten. In selteneren Fällen kann es jedoch auch zu so genannten Erst-Verschlechterungen kommen, bei denen die Beschwerden für eine kurze Zeit sogar als verstärkt empfunden werden. Auch kann dies in einigen Fällen zu verstärkter Ausscheidungsaktivität im Körper führen, da durch die Medikation erhöhte Stoffwechselaktivität entstehen kann und angesammelte
"Schlacken" und Giftstoffe über Darm, Nieren und Haut ausgeleitet werden. Sollten verstärkte Beschwerden länger als zwei Tage anhalten ist in jedem Fall der Arzt zu konsultieren. Bei schweren und zudem chronischen Krankheitsverläufen bedarf es entsprechender Geduld und konsequenter Einnahme bis sich spürbare Verbesserungen der Situation einstellen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, die erfolgreiche Einnahme von TCM-Arzneien von einem spezialisierten Arzt begleiten und beobachten lassen.